Monika Weßeling

Monika Weßeling

Zeckenzeit 2018

Die Zeckenzeit hat begonnen

Zecken zählen zu den Milben. Es gibt etwa 900 Zecken-Arten weltweit. In Deutschland ist die gefährlichste Zeckenart der „Gemeine Holzbock“. Alle Zecken saugen Blut und können Krankheiten übertragen. Sie haben sich zu einer Plage entwickelt.

Eine Zecke kann bereits nach einem einmaligen Blutsaugen sehr lange überleben, und zwar bis zu 10 Jahre. Die Parasiten leben mehrere Jahre ohne Wirt. Zecken sind sehr robuste Tiere.

Vom Frühjahr bis zum Herbst ist die Zecke aktiv, da die Temperaturen dann steigen. Sie braucht mindestens 8 bis 10 Grad Celsius. Zecken mögen Regenschauer und sind danach besonders aktiv.

Die Entwicklung der Zecke läuft in 3 Stadien ab: Larve, Nymphe, erwachsene Zecke. Für jeden dieser Schritte braucht die Zecke eine Blutmahlzeit. Eine erwachsene weibliche Zecke kann etwa 3.000 Eier legen. Es gibt Arten, die bis 20.000 Eier legen können. Das Weibchen stirbt nach der Eiablage.

 

Zeckenstich oder Zeckenbiß?

Zecken warten geduldig im Gras oder kleineren Büschen auf ihren Wirt, den sie am Atmen und an der Wärme des Körpers erkennen. Die Zecke krallt sich dann am Körper fest. Sie sucht sich anschließend einen geeigneten Platz. Das kann einige Stunden dauern. Danach beginnt sie, Blut zu saugen —> der Zeckenstich!

Wenn sie herunter fällt, klettert sie wieder hoch, und zwar etwa bis 70 cm hoch. Wird sie nicht bemerkt, kann sie bis zu 15 Tage auf ihrem Wirt sitzen und Blut trinken. Hat sie sich anschließend vollgesaugt, steigt ihr Gewicht. Weibliche Zecken benötigen Blut, um sich vermehren zu können. Zecken injizieren in ihr Opfer mit dem Stich ein betäubendes Mittel. Daher bemerkt der Gebissene die Zecke oftmals nicht.

Jedoch fallen Zecken nicht von Bäumen!

Übrigens sind Wespen natürliche Feinde der Zecken!

 

Sehr wichtig: Immer gründlich absuchen!

Suchen Sie Ihr Tier nach Spaziergängen oder Aufenthalten im Freien immer ab. Achten Sie besonders auf Kopf, Achseln und Innenschenkel, an diesen Stellen halten sich Zecken sehr gerne auf.

Mit Ihrem Pferd sollten Sie im Wald reiten. Machen Sie besonders um Wiesen, die in der Nähe von Gewässern liegen, einen großen Bogen. Auf der Weide halten Sie am besten das Gras kurz. Außerdem sollten Sie hohes Gras und Unterholz vermeiden. Besonders im Wald steigt die Gefahr, wenn Sie die Wege verlassen. Pferde sind besonders beim Weidegang gefährdet.

Zum Entfernen der Zecke gibt es einige Hilfsmittel. Geeignet sind Zeckenzangen, -karten, -schlingen oder -haken. Diese können Sie im Fachhandel kaufen.

Fassen Sie die Zecke möglichst hautnah mit dem gewählten Hilfsmittel. Quetschen Sie den Körper dabei nicht, damit die Zecke nicht die Erreger in das Tier abgibt. Ziehen Sie sie anschließend langsam heraus. Der Kopf sollte möglichst immer entfernt werden.

Aber wenn Teile stecken bleiben, stößt die Haut diese normalerweise in den nächsten Tagen nach und nach ab. Nehmen Sie auf keinen Fall Alkohol oder Klebstoff zum Entfernen. Die Zecke würde im Todeskampf erbrechen und ihre Erreger dann noch schneller in das Tier abgeben. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, dass sie Krankheitserreger übertragen kann.

 

Beobachten Sie Ihr Tier immer nach einem Zeckenstich!

Wenn es Fieber bekommt oder anfängt zu lahmen, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Tierarzt.

Wenn Zecken mit Krankheitserregern infiziert sind, kann ein Zeckenstich gefährlich werden. Zecken können sowohl bei Menschen als auch bei Tieren Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Es handelt sich um Infektionskrankheiten.

Weltweit sind Zecken die größten Verbreiter von Krankheiten. Eine Zecke, die mit Borreliose infiziert ist, ist wesentlich aktiver als eine Zecke ohne die Infektionskrankheit.

Werfen Sie auf keinen Fall eine Zecke in die Toilette oder ins Waschbecken. Das wird sie mit Sicherheit überleben. Selbst die Wäsche in der Waschmaschine bei unter 60 Grad überleben Zecken, die sich an der Kleidung angeheftet haben. Sie müssen die Zecke zerdrücken, und zwar mit einem Glas oder einem ähnlichen harten Gegenstand.

Vermeiden Sie Hautkontakt, nehmen Sie nicht Ihre Finger zum Zerdrücken! Tragen Sie besser Einweghandschuhe.

 

Vorbeugung

Ich empfehle, zur Vorbeugung Kokosöl bei Katzen und Hunden zu verwenden. Verreiben Sie eine erbsengroße Menge im Fell (in den Händen anwärmen) und geben Sie täglich zusätzlich 1 Messerspitze ins Futter (bei großen Hunden bis zu 1 Teelöffel). Die meisten Katzen und Hunde – nicht alle – akzeptieren das.

Aber viele Pferdehalter sind ebenfalls von der Wirkung von Kokosöl überzeugt. Sie nehmen dann etwa eine walnußgr

oße Menge Kokosöl und reiben es in das Fell ein. Die meisten Pferde genießen eine Massage damit. Es soll auch bei der Abwehr von Kriebelmücken helfen.

Bitte achten Sie jedoch auf sehr gute Qualität des Kokosöls. Es muss rein sein und mindestens 50 % Laurinsäure enthalten. Außerdem sollte es Bio-Qualität haben und kaltgepresst sein. Kokosöl enthält viele Mineralien und Vitamine und kann auch in der Küche zum Braten eingesetzt werden sowie in der Kosmetik. Gerne spreche ich Ihnen eine Empfehlung für Kokosöl aus.

Zecken reagieren sehr stark auf Laurinsäure, sie meiden damit eingeriebene Körperstellen. Wenn sie doch einmal auf einen solch behandelten Wirt springen, fallen sie fast immer schnell ab.

 

Gibt es Alternativen zur Chemie?

Verwenden Sie bitte keine Chemiekeulen. Diese bestehen teilweise aus Nervengiften und können heftige Reakti

onen und Folgeerkrankungen bei Ihrem Tier auslösen. Weiterhin sind in den letzten Jahren immer mehr Resistenzen gegen chemische Zeckenmittel bekannt geworden.

Es gibt pflanzliche Spot-ons für Hunde und Katzen von vielen verschiedenen Anbietern. Bei diesen Spot-ons handelt es sich um natürliche Repellentien. Diese töten Zecken nicht ab, sondern halten sie von den Tieren fern. Wenn die Zecke sich bereits im Fell niedergelassen hat, verschwindet sie meistens schnell. Der Grund ist, dass die Haut abstoßend für sie wirkt. Die Spot-ons sind sehr gut verträglich. Die natürlichen Inhaltsstoffe verhindern, dass sie bei Regen abgewaschen werden.

 

Hefe – bitte geben Sie Acht!

Hefehaltige Tabletten können Sie als Leckerchen geben. Diese verändern den Geruch des Fells für die Zecke, so dass sie in den meisten Fällen nicht mehr „beißen mag“. Bei nierenkranken Katzen oder Hunden empfehle ich keine Hefe, da sie viel Phosphor enthält. Auch manche gesunde Hunde vertragen Hefe nicht, sie bekommen dann Durchfall. In diesen Fällen muss die Hefe abgesetzt werden.

 

Cistustee – Heilkraut mit Wirkung

Cistustee eignet sich zur Stärkung des Immunsystems bei Mensch und Tier. Der Tee stammt von der „Zistrose“

 ab. Diese Pflanze enthält sehr viele Vitamine und Antioxidantien. Sie ist ein griechisches Heilkraut und wird schon seit Jahrtausenden verwendet. Sie hat keine Nebenwirkungen. Die Heilpflanze ähnelt der Heckenrose. Sie ist sehr robust und wächst vor allem auf den magnesiumreichen Böden der griechischen Insel Chalkidiki. 1999 erhielt sie eine Anerkennung als wichtigste Heilpflanze Europas.

Sie können Ihrem Hund daher davon etwa 2 x täglich eine knappe halbe Tasse Cistustee über das Futter geben. Für die Zubereitung des Tees kaufen Sie die Teeblätter am besten in der Apotheke. Wenn Sie eine Tasse Tee mittrinken, haben Sie ebenfalls etwas für Ihre Gesundheit getan.

Damit können Sie das Immunsystem Ihres Hundes oder Ihres Pferdes stärken. Beim Pferd darf es natürlich mehr als eine halbe Tasse Tee sein. Aber Pferde fressen auch das Kraut. In einer privaten Studie hat die Anwendung des Cistustees sehr gute Ergebnisse gezeigt.

 

Vorsicht bei der Verwendung von ätherischen Ölen!

Bitte achten Sie bei der Anwendung von ätherischen Ölen oder Mischungen darauf, dass Sie diese nicht bei Ihrer Katze anwenden.

Diese sind für die Katze giftig. Besonders in einem Haushalt, in dem Katze und Hund gemeinsam leben, ist das sehr wichtig! Die Katze putzt den Hund und kann das aufgetragene ätherische Öl dabei aufnehmen! Auch Hunde vertragen nicht alle ätherischen Öle, beispielsweise führt Geraniol oft zu einem schuppigem Fell. Viele Düfte mag der Hund gar nicht. Dazu zählen Zitrone und Eukalyptus.

Manche Hundebesitzer verwenden Kieselgur und stäuben damit das Fell ihres Hundes ein. Es trocknet die Panzer der Zecken aus. Jedoch sollten Sie damit vorsichtig vorgehen, Kieselgur staubt enorm und trocknet die Haut des Tieres sehr aus. Eine Alternative ist Babypuder.

 

Halsketten

Bei Hunden gibt es auch viele Erfolge mit einer Bernsteinkette als Halsband. Die Steine sollen unbehandelt sein.

Es wird vermutet, dass die Wirkung entweder auf dem Geruch der Kette beruht oder an einer elektrostatischen Aufladung. Auf jeden Fall zählt die Bernsteinkette zu den ungiftigen Maßnahmen und ist einen Versuch wert. Es gibt viele Anbieter und Ketten in den unterschiedlichsten Größen.

Laut den Herstellern wirkt die Bernsteinkette auch gegen Flöhe. Sie sollte jedoch nach einem Jahr ausgetauscht werden, da dann die Wirkung nachgelassen hat. Ihre Wirkung soll jedoch erst nach mehreren Wochen Tragezeit auftreten.

Auch von EM-Halsbändern (Effektive Mikroorganismen) wird Positives berichtet. Diese müssen vom Hund Tag und Nacht getragen werden.

Sie tragen zu einer Verbesserung und Stabilisierung des Hautmilieus bei. Dadurch werden Parasiten abgeschreckt.

Effektive Mikroorganismen wurden in den 90er Jahren von Dr. Teruo Higa, einem japanischen Professor für Gartenbau, entdeckt. Die effektiven Mikroorganismen werden in Keramikröhrchen eingebracht und in Halsbändern verarbeitet. Sie sollen sich auf das gesamte Befinden des Tieres gut auswirken. Über 80 Arten von aeroben und anaeroben Mikroorganismen existieren in EM-Keramik.

Es gibt im Handel auch Bernsteinketten, die zusätzlich EM-Keramik-Pipes enthalten.

Bitte legen Sie jedoch Ihrer Katze keine Halsketten um. Katzen können sich draußen in der Natur regelrecht an Halsbändern aufhängen, das endet oftmals tödlich.

Sie merken, dass es einige Möglichkeiten gibt, Zecken natürlich abzuwehren. Probieren Sie einfach Verschiedenes aus.

Wenn Ihre Katze/Ihr Hund/Ihr Pferd vermehrt unter Zecken leidet, liegt wahrscheinlich eine Immunschwäche oder eine chronische Erkrankung vor. Ich betrachte Ihr Tier immer ganzheitlich, gerne berate ich Sie umfassend – nicht nur zu Zecken. Gemeinsam können wir Ihrem Tier zu einem stärkeren Immunsystem verhelfen.

 

Ihre Tierheilpraktikerin und Katzenexpertin in Langenfeld und Umgebung

 

 

Monika Weßeling

4 Kommentare

  1. Sehr interessanter Artikel, herzlichen Dank. Zum Glück haben unsere Katzen dieses Jahr nur sehr selten eine Zecke. Falls es wieder mehr geben sollte habe ich mir den Tipp mit dem Kokosöl gemerkt.
    Spannend finde ich auch die Wirkungsweise von EM in dem Zusammenhang. Bei uns sind ein paar der Pipes in der Trinkwasser-Schale, vielleicht hat das ja auch eine Wirkung auf die Zecken..?

    Antworten
    • Vielen Dank, liebe Doris, für Deinen Kommentar. Ich habe viele positive Rückmeldungen zu Kokosöl, Du kannst auch eine Messerspitze täglich ins Futter geben für Deine Katze, es wirkt sich auch positiv auf das Fell aus. Auch die Pipes könnten eine Wirkung zeigen. Sollte sich später einmal mehr Zecken zeigen, dann schau, was Du von meinen Tipps umsetzen kannst. Ansonsten muss man dann über eine Stärkung der Immunabwehr nachdenken.

      Antworten
  2. Viele tolle Tipps, ich hab zwar momentan nur den ‚Hauskater‘ aber ich erinnere mich noch gut an die vielen Zecken, die unsere Hunde immer angeschleppt hatten. Igitt!
    Zu den ätherischen hätte ich eine Frage, auch wenn sie mit Zecken nichts zu tun hat: kann man ruhigen Gewissens eine Duftlampe im Wohnzimmer benutzen ohne dass es für die Katze unangenehm oder gar schädlich ist?

    Antworten
    • Liebe Moni, generell sollte man äußerst vorsichtig beim Einsatz von ätherischen Ölen bei Katzen sein, viele sind giftig. Jedoch gibt es auch Aromaöle, die beispielsweise kurzzeitig während einer Verhaltenstherapie eingesetzt werden können, und zwar in einem Ultraschall-Vernebler. Das ist jedoch völlig individuell von dem jeweiligen Fall abhängig. Von Duftlampen, Duftkerzen und ähnlichem würde ich generell abraten, da Duftstoffe, vor allem, wenn sie regelmäßig eingesetzt werden, auch zu Allergien beitragen können, auch zu einem Reizschnupfen etc.

      Antworten

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