Monika Weßeling

Monika Weßeling

Zähne der Katze und Zahnerkrankungen

Hat die Katze Milchzähne?

Katzen werden ohne Zähne geboren. Erst in der dritten bis achten Lebenswoche entwickeln sich die Milchzähne in dem zarten kleinen Kiefer. Milchzähne haben Wurzeln! Meistens haben Katzen im Alter von drei bis vier Monaten bereits ihr Milchgebiss aus 26 Zähnen.

Zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat fallen die Milchzähne aus. Diesen Vorgang gibt es ebenfalls bei dem Hund und bei dem Menschen. Die bleibenden Zähne kommen jetzt nach und nach durch.

Meistens bemerkt der Halter den Zahnwechsel nicht. Katzen verschlucken ihre Milchzähne oft, spucken sie aus oder verlieren sie beim Fressen im Futter.

Die Katze beißt daher jetzt gerne auf etwas herum, um der Entwicklung der endgültigen Zähne zu helfen. Das ist ähnlich wie bei den menschlichen Babys. Es gibt im Handel spezielle Zahn-Spielzeuge. Auf diesen kann die Katze sehr schön kauen, ohne sich zu verletzen. Achten Sie darüber hinaus darauf, dass die Katze nicht auf splitternden oder nicht geeigneten Gegenständen beißt.

Getrocknetes Fleisch bietet sich sehr gut zum Kauen an und beruhigt gleichzeitig Ihre Katze. Es gibt Fleischstreifen aus Huhn und anderen Sorten im Handel. Auch rohes Fleisch ist von Vorteil.

Bei dem Zahnwechsel hat die Katze fast immer Schmerzen. Folglich frisst sie weniger oder speichelt. Auch Durchfall oder Fieber können hinzukommen. Katzen sind oft schlechter Laune und miauen oft. Sie riechen häufig aus dem Mäulchen, weil das Zahnfleisch entzündet ist. Naturheilkundliche Mittel können helfen.

 

Welcher Tierarzt bei Zahnerkrankungen der Katze?

Wenn die Katze unter starken Schmerzen leidet, müssen Sie mit ihr zum Tierarzt gehen. Für alle Zahnkrankheiten empfehle ich einen auf Zahnheilkunde spezialisierten Tierarzt. Wir würden mit einer defekten Zahnkrone nicht zum Hausarzt gehen. Der Spezialist setzt die schonende Inhalationsnarkose ein und hat digitale Röntgengeräte. Wenn Sie in der Nähe von Langenfeld wohnen, empfehle ich Ihnen gerne einen Tier-Zahnarzt, der bereits einige Tiere meiner Kunden behandelt hat.

Wenn ein Milchzahn absolut nicht ausfallen will, muss dieser vom Tierarzt gezogen werden. Ansonsten kann es später hierdurch zu Fehlstellungen des Kiefers kommen.

Im Normalfall verläuft der Zahnwechsel bei Katzen problemlos. In den meisten Fällen hat die Katze dann mit sieben Monaten ihr bleibendes Gebiss. Dieses besteht insgesamt aus 30 Zähnen. Das Gebiss braucht die Katze zum Überleben, vor allem wenn sie draußen lebt. Sie fängt damit ihre Beute, tötet diese und frisst sie anschließend.

Mit den Eckzähnen setzt die Katze den Todesbiss an. Mit den Backenzähnen schneidet sie Katze ihr Fressen in Stücke. Zuletzt schluckt sie dieses herunter – sie kaut dabei kaum. Die kleinen Schneidezähnen werden zum Rupfen der Federn bei Vögeln benutzt.

 

Was können Sie tun, damit Ihre Katze lange gesunde Zähne hat?

Versuchen Sie, Ihrer Katze bereits als Kitten rohes Fleisch zu füttern, zu Beginn gewolft. Danach sollten es immer größere Stücke werden, etwa in „Gulasch-Größe“.

Viele Katzen mögen sehr gerne Hühnerherzen in roher Form. Auch rohe Geflügelknochen eignen sich für die Säuberung der Zähne. Jedoch geben Sie nur rohe Knochen, keine gekochten – diese können splittern und gefährliche Verletzungen verursachen! Achten Sie bei rohem Fleisch und Geflügel obendrein immer auf Bio-Qualität und verfüttern Sie es schnellstens, damit es nicht von Keimen belastet wird.

 

Zähne putzen?

Weiterhin können Sie bereits Ihre junge Katze an das Zähneputzen gewöhnen. Dafür müssen Sie in kleinen Schritten vorgehen.

Zum Start eignet sich ein sogenannter Fingerling, den Sie über Ihren Zeigefinger streifen und der aus weichem Material (meistens Mikrofaser) besteht. Sie zeigen Ihrer Katze den Fingerling und sie beschnuppert ihn. Danach streichen Sie mehrere Tage hintereinander damit über die Lippen Ihrer Katze.

Danach heben Sie eine Oberlippe Ihrer Katze an und putzen ganz leicht einen Zahn. Anschließend sollten Sie die Katze ausgiebig loben, Sie können mit ihr spielen, ein Leckerchen geben, sie bürsten o. ä. Schließlich sollte sie das Zähneputzen mit etwas Angenehmen verbinden können. Voraussetzung ist Ruhe und Geduld.

 

Winzige Schritte führen zum Erfolg

Jetzt können Sie Tag für Tag die Dauer des Zähneputzens verlängern und immer mehr Zähne putzen. Sie können später eine für Katzen geeignete Zahncreme verwenden. Es gibt hier mittlerweile viele wohlschmeckende Pasten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen im Handel, beispielsweise Huhn.

Nutzen Sie auf keinen Fall Zahncreme für Menschen. Die Zahncreme für Katzen zeigen Sie im ersten Schritt Ihrer Katze, damit sie daran schnuppern kann und evtl. auch etwas von der Creme ablecken kann.

Alternativ können Sie eine weiche Baby-Zahnbürste testen oder eine spezielle Doppelkopf-Zahnbürste aus sehr weichem Material für Katzen. Es gibt eine Ultraschall-Bürste für Tiere, hier halten Sie nur den Kopf der Zahnbürste an die Zähne der Katze. Sie verursacht keine Geräusche. Sie reinigt mit Ultraschall und einer dafür passenden Zahncreme. Jedoch ist diese Zahnbürste meistens schwierig an der Katze anzuwenden. Ich empfehle zum Start auf jeden Fall einen Fingerling oder eine Baby-Zahnbürste.

Ihre Anstrengung lohnt sich auf jeden Fall. Von Vorteil ist tägliches Zähneputzen. Wenn es Ihnen bereits mehrfach in der Woche gelingt, ist dies bereits ein großer Erfolg.

Leider hat heute jede dritte Katze, die älter als fünf Jahre alt ist, Zahnprobleme bzw. Krankheiten in der Maulhöhle.

 

FORL

Besonders bekannt ist die Zahnkrankheit FORL, d. h. „Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen“. Jede dritte Katze soll mittlerweile lt. Studien davon betroffen sein. Je älter die Katze wird, desto höher steigt das Risiko, an FORL zu erkranken.

Bis heute konnte nicht genau festgestellt werden, was diese Erkrankung verursacht. Mögliche Ursachen können in der Störung des Calciumhaushaltes liegen, Viren oder Entzündungen können dafür verantwortlich sein. Auch ein Vitamin-D3-Überschuss kann einen Einfluss haben. Zuerst werden Anteile der Zahnwurzel aufgelöst, danach die Zahnhartsubstanz. Die Krankheit verursacht sehr starke Schmerzen. Sehr oft brechen bei der FORL-Erkrankung Zähne ab.

FORL ist nur auf digitalen Röntgenaufnahmen erkennbar! Die Entfernung eines mit FORL befallenen Zahns ist schwierig und sollte einem Spezialisten vorbehalten sein. Von FORL betroffene Zähne müssen inklusive der Wurzeln gezogen werden. Fast immer sind mehrere Zähne von FORL betroffen.

 

Symptome einer Zahnerkrankung

Wie erkennen Sie, ob Ihre Katze Zahnschmerzen hat? Oft ist dies auf den ersten Blick schwierig. Katzen sind Meister im Verbergen von Schmerzen.

Aber einige Symptome deuten auf eine Zahnerkrankung hin:

  • Die Katze speichelt vermehrt.
  • Ihr Zahnfleisch ist gerötet, evtl. blutet es.
  • Weiterhin tritt fast immer Mundgeruch auf.
  • Sie frisst weniger oder gar nicht mehr.
  • Futter-Brocken werden zwar aufgenommen, aber dann fallen gelassen.
  • Ihre Katze frisst vorzugsweise auf einer Seite mit geneigtem Kopf.

Die Katze kann ohne Zähne fressen. Sie hat keine Schmerzen mehr und lebt häufig auf. Viele Halter berichten von einem glücklicheren Gesichtsausdruck ihrer Katze, nachdem die Zähne gezogen wurden.

Meine eigene Katze, Fleur, eine Orientalisch Kurzhaarkatze, litt mehrere Jahre unter FORL. Sie hat 2 Halbschwestern. Alle haben den gleichen Vater, jedoch verschiedene Mütter. Alle Schwestern haben FORL! Meine Vermutung liegt daher nahe, dass es einen genetischen Zusammenhang gibt.

Eine der Schwestern hat bereits keine Zähne mehr. Fleur wurden im letzten Jahr die restlichen Backenzähne gezogen. Auch ihre Halbschwester Fee, die bei mir lebt, hat FORL. Ihr mussten bereits mehrere Zähne wegen der Erkrankung gezogen werden. FORL steht dann auch in vielen Fällen in Zusammenhang mit einer sehr, sehr hartnäckigen und kaum behandelbaren Zahnfleischentzündung. Fleur hat sich nach sehr kurzer Zeit umgestellt. Sie kann hervorragend auch ohne Backenzähne fressen. Ihr seht sie übrigens oben auf dem Foto.

 

Zahnfleischentzündungen

Viele Katzen leiden an akuten und oft chronisch werdenden und immer wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen. Sie können einen roten Saum am Zahnfleisch erkennen. Oftmals speichelt die Katze sehr, manchmal blutet das Zahnfleisch. Hier führt eventuell eine gewisse Veranlagung (Genetik) dazu oder Stress trägt dazu bei. Auch Menschen leiden oft bei vermehrtem Stress unter Zahnfleischbluten.

Eine solche Entzündung ist sehr schmerzhaft. Daher ist die beste Vorbeugung das Zähneputzen. Sie merken meistens an einem fauligen Mundgeruch Ihrer Katze, dass etwas nicht stimmt. Verstärkt wird die Zahnfleischentzündung durch Zahnstein.

Um festzustellen, ob bestimmte Viren oder Bakterien die Entzündung verursachen, kann ein Abstrich vom Zahnfleisch genommen werden. Dies wird mit einem Wattestäbchen gemacht. Das wird das anschließend in ein Labor zur weiteren Bestimmung eingeschickt.

Der Besuch bei einem Tier-Zahnarzt schafft Abhilfe. In der Narkose wird der Zahnstein vollständig entfernt und die Zahnfleischtaschen werden sorgfältig gereinigt. Ohne Narkose ist nur eine oberflächliche Reinigung möglich, oftmals wird der Zahnschmelz zerstört. Davon rate ich ausdrücklich ab. In manchen Fällen ist auch eine längere Gabe von Antibiotika zur Nachbehandlung notwendig.

Bei chronischen Zahnfleischentzündungen sollten Sie eine naturheilkundliche Therapie versuchen. Nicht immer ist die Behandlung einfach, da diese Entzündungen sehr hartnäckig sind. Aber auch Antiobiotika bringen oftmals nicht den gewünschten Erfolg. Sprechen Sie mich an, wenn Sie nach einer sanften Therapie für Ihre Katze suchen.

 

Zur Narkose

Mit jeder Narkose ist ein Risiko verbunden. Natürlich hängt das auch vom Befinden des Patienten ab. Deswegen rate ich immer zur Inhalationsnarkose. Diese wird jedoch nicht in allen Tierarztpraxen verwendet. Auch deshalb empfehle ich einen Tier-Zahnarzt für Zahn-Operationen, der über die entsprechenden Geräte verfügt.

Die Inhalationsnarkose hat den großen Vorteil, dass die Tiefe der Narkose genau gesteuert werden kann. Außerdem wacht das Tier nach der Narkose viel schneller auf und läuft bereits nach etwa 1 Stunde wieder herum. Das stundenlange Taumeln und unsichere Gehen entfällt.

Die Inhalationsnarkose ist etwas teurer als die noch oft verwendete Injektionsnarkose. Hier erhält der Patient direkt eine Spritze in die Vene oder in die Muskulatur. Die Wirkung tritt schnell ein. Der Aufwachvorgang kann mehrere Stunden dauern. Die Injektionsnarkose wird auch „Billignarkose“ genannt. Sie belastet stark Nieren, Leber und andere Organe, da sie darüber ausgeschieden ist. Besonders bei bereits chronischen kranken Katzen kann sich das sehr schädlich auswirken.

 

Noch ein Tipp für die Narkose

Besonders bei älteren oder chronisch kranken Katzen empfehle ich, vor, während und nach der Narkose zusätzlich eine intravenöse Infusion durchführen zu lassen. Diese durchspült die Nieren und senkt nochmals das Risiko, gerade für Nierenpatienten.

Chronische Zahnfleischentzündungen sind jedoch nicht nur extrem schmerzhaft, sondern sie können auch zu Nierenerkrankungen und Veränderungen des Herzens beitragen.

Trockenfutter ist kontraproduktiv. Nicht nur, weil die Katze zu wenig trinkt, um es zu verarbeiten zu können. Trockenfutter kann sich sowohl an den Zähnen als auch in den Zahnfleischtaschen ablagern. Zudem trägt es zu Nierenerkrankungen bei.

Bei Zahnfleischentzündungen bieten sich einige naturheilkundliche Therapien als Alternative zum Antibiotikum an. Es gibt viele Möglichkeiten, beispielsweise die Homöopathie oder Mykotherapie, aber auch andere Mittel eignen sich. Sprechen Sie mich an – zum Wohle Ihres Tieres.

 

Ihre Tierheilpraktikerin und Katzenexpertin in Langenfeld und Umgebung

 

Monika Weßeling

2 Kommentare

  1. Sehr informativ, vielen Dank.

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    • Vielen Dank für das Feedback.

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