Monika Weßeling

Monika Weßeling

Wenn der Tod mehrfach an die Tür klopft – hören Sie auf Ihr Herz

Sterbebegleitung kann sehr lange dauern, aber auch nur kurz. Eine pauschale Aussage gibt es nicht. Ich werde immer wieder danach gefragt, aber Leben und Tod sind individuell.

Meine Jeannie – die „Nierenkatze“

Bei meiner Jeannie hat der Tod öfter angeklopft.

Siamkatze schaut nach vorneDas erste Mal stand der Tod bereits im Dezember 2012 in der Tür und wollte Jeannie mitnehmen. Die Tierärzte der Tierklinik waren sich einig: Sie wollten Jeannie einschläfern. Sie räumten ihr keinerlei Chancen ein.

Ich habe Jeannie jedoch nach Hause mitgenommen und sofort eine naturheilkundliche Therapie gestartet. Nach mehreren Wochen ging es ihr gut, sie hatte zugenommen und nahm aktiv am Leben teil.

Lassen Sie Ihr Herz entscheiden! Holen Sie ggf. eine 2. Meinung ein, wenn Sie unsicher sind, auch eine 3. Meinung.

Danach ging es Jeannie 7 Jahre lang gut bis sehr gut. Natürlich gab es mal ein paar Tage, da hatte sie eine leicht schlechtere Phase, zog sich mehr zurück, wollte ihre Ruhe, war nicht so aktiv. Dann passte ich ihre Therapie an. Jeannie wurde bis Anfang 2019 rein naturheilkundlich behandelt, Anfang 2019 kam dann noch eine Blutdrucktablette dazu, da sie – wie viele Katzen mit Nierenerkrankungen – an erhöhtem Blutdruck litt.

Der Tod klopft wieder an

Im Sommer 2019 klopfte es dann ganz leise an die Tür, aber ich hörte es. Jeannie sah jetzt schlechter, hörte schlechter, sie wurde dement und war oft orientierungslos. Sie trank viel mehr als in den Jahren zuvor und musste dementsprechend öfter zur Toilette. Aber sie war noch recht aktiv. Da war sie bereits 15 Jahre alt.

Siamkatze auf der GartenbankEnde 2019 klopfte es wieder, ich merkte, dass Jeannie ihren Weg, den sie vor Jahren schon beschritten hatte, weiter ging.

Ich passte auch hier immer wieder ihre Therapie an und konnte nicht aufhören zu hoffen – zu hoffen, dass alles „wieder gut“ wird. Aber realistisch gesehen wusste ich natürlich, dass es irgendwann „soweit“ sein würde.

Das Klopfen ist nicht mehr zu überhören

Anfang 2020 klopfte der Tod, dieses Mal stärker, an die Tür. Jeannie lag jetzt öfter auf dem Grab von Ihrem Vater Gandalf im Garten und war kaum noch aktiv. Aber sie fraß immer noch, wenn auch die Portionen kleiner wurden.

Im Februar/März 2020 merkte man es deutlich: Sie zog sich immer mehr zurück, fraß nur noch wenig. Ich kaufte alles, was der Markt zu bieten hatte, auch das minderwertigste Futter. Roastbeef aus der Hand und manchmal Pute fraß sie immer noch gerne. Geschworen hatte ich mir, Jeannie auf keinen Fall zwangszuernähren, das habe ich auch nicht mehr gemacht.

Ab April 2020 klopfte es immer stärker, ich konnte das nahende Ende nicht übersehen. Anfang Mai 2020 dachte ich dann, jetzt wäre es soweit und sie würde mich verlassen. Aber sie hatte plötzlich eine gute Phase, die oft bei Sterbephasen vorkommt. Sie war auf einmal wieder agiler, lief im Haus und im Garten, nahm wieder aktiv am Leben teil.

Tiefs und Hochs während der Sterbephasen

Wieder Hoffnung – sollten wir es doch nochmals schaffen, das Ruder herumzureißen? Nochmals habe ich die Therapie angepasst.

Katze schlafend auf dem Gartentisch2 Wochen später dann war klar, dass Jeannie bald Gandalf wiedersehen würde. Sie stand kaum noch vom Bett im Schlafzimmer auf. Das hatte ich als Krankenlager eingerichtet, mit Inkontinenzauflagen versehen, sie wollte mit einer weichen leichten Decke zugedeckt werden und schlief nur noch.

Anfänglich ging sie noch etwa alle 2 Stunden zur Katzentoilette, später trug ich sie, auch nachts, dorthin. Ich durfte den Zeitpunkt nicht verpassen, ansonsten machte sie unter sich. Das konnte ich meiner doch immer so reinlichen und peniblen Katze nicht antun.

Ich setzte alle Medikamente ab. Jeannie fraß jetzt nur noch Mini-Mini-Portionen, mal ein Teelöffelchen Futter, mal einen Teelöffel Reconvales-Tonicum. Aber nur, wenn ich ihr das Futter im Bett anreichte. Anschließend wollte sie wieder zugedeckt werden. Nachts lag sie auf mir.

Der Tod kommt immer näher

Zu dem Zeitpunkt war ich sicher, dass sie in den nächsten Wochen friedvoll einschlafen würde. So sollte es dann nicht sein. Ich merkte, dass sie Schmerzen bekam, vor allem Richtung Wirbelsäule und Rücken. Sie war auch nur noch Haut und Knochen. Ihr Gewicht betrug etwa 1,6 kg statt wie früher 2,6 kg.

Da ließ ich mein Herz entscheiden. Der Tod begehrte immer mehr Einlass. Und ich öffnete die Tür, um Jeannie gemeinsam mit meiner Tierärztin friedvoll zur Regenbogenbrücke zu begleiten.

Hören Sie auf Ihr Herz.

 

Liebe Grüße

Ihre Katzenexpertin und Tierheilpraktikerin – online und mobil in Langenfeld und Umgebung

Monika Weßeling 

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