Monika Weßeling

Monika Weßeling

Was ist überhaupt eine Anamnese?

Glasflasche und Globulis auf dem Holz-TischIn meinem Beitrag möchte ich gerne erklären, was Sie bei einer Anamnese erwartet.

Viele Neu-Kunden waren noch nie mit ihrem Tier bei einem Tierheilpraktiker und wissen oft nicht, was sie während einer Anamnese erwartet. Sie können sich gar nicht vorstellen, wieso ein erster Besuch bei ihnen zu Hause etwa 2 Stunden, oftmals länger, dauern soll.

Für die Erstellung einer Therapie ist unbedingt eine Anamnese erforderlich

Das Wort “Anamnese” stammt aus dem Griechischen und bedeutet “Erinnerung”. Das umfasst grob auch die Bedeutung der Anamnese: Dem Patienten werden viele Fragen zu seinem früheren und heutigen Leben/Gesundheitszustand gestellt.

Zuerst gehe ich auf die aktuellen Beschwerden ein. Da das Tier nicht antworten kann, befrage ich dazu den Halter. Da einer meiner Therapie-Schwerpunkte die Homöopathie ist, stelle ich viele “W-Fragen”:

Wann traten die Beschwerden das erste Mal auf?

Unter welchen Umständen?

Wie haben sie sich entwickelt?

Warum sind die Beschwerden aufgetreten (gibt es einen Grund oder eine Vermutung)?

Haben sich die Beschwerden verändert unter bestimmten Umständen (Wetter etc.)?

Auch die Fragen zur Vergangenheit sind für eine ausführliche Anamnese unumgänglich, beispielsweise:

Wird der Hund entwurmt, womit, in welchen Abständen? Gab es bereits bekannte Vorerkrankungen in der Familie des Tieres? Ist das Tier bereits operiert worden?

 

Mit Hilfe der Fragen betrachte ich das Tier ganzheitlich

Dazu zählen auch Fragen zu Eigenarten und Charakter – zum “Gemüt”. Erst aus den aktuellen Beschwerden, der Vorgeschichte, den Lebensumständen, der Genetik und der Individualität kann ich mir ein Bild machen, um später eine Therapie zu erarbeiten.

Das ist oftmals nicht einfach. Manchmal erinnert sich der Halter erst nach Beginn der Therapie an weitere Punkte, die wichtig für die Therapie sind, vieles wird erst bewusst, wenn intensiv, manchmal mehrere Tage, darüber nachgedacht wird.

KamilleBei der Anamnese schreibe ich mir daher viel auf und stelle sehr, sehr viele Fragen. Die oben aufgeführten sind nur kurze Beispiele. Ich schaue mir auch immer die Umgebung des Tieres an, wenn ich vor Ort bin: Wo sind die Schlafplätze? Wo stehen Trink- und Fressnapf? Und vieles mehr. Auch zum richtigen Futter berate ich.

Wichtig ist auch immer eine vorherige Diagnostik durch den Tierarzt, um organische Ursachen auszuschließen oder zu bestätigen. Dann schaue ich mir vor Ort die aktuellen Blutergebnisse und ggf. andere Untersuchungsergebnisse an. Der Tierarzt hat evtl. auch schon eine Diagnose oder wenigstens eine Verdachtsdiagnose gestellt.

Wurden Schulmedikamente verordnet? Vielleicht kann hierzu eine begleitende naturheilkundliche Therapie durchgeführt werden oder wir entscheiden uns gemeinsam für eine rein naturheilkundliche Therapie.

Drei Bachblüten-Pipettenflaschen auf dem Tisch

Vor Ort besprechen wir auch die Möglichkeit der Mittel-Gabe

Auch davon ist eine individuelle Therapie abhängig. Wenn ein Halter in Vollzeit berufstätig ist, wäre es unsinnig, wenn ich bei einer chronischen Erkrankung stündlich ein Medikament über Wochen verordnen würde (das ist nur als Beispiel gedacht!).

Katzen-Patienten müssen besonders betrachtet werden, hier ist nicht immer die direkte Gabe ins Mäulchen möglich. Es gibt andere Möglichkeiten und viele Variationen, ein Medikament zu geben.

Auch die Kosten der Medikamente besprechen wir.

Eine kurze Untersuchung des Tieres schließt sich an (bei Katzen in vielen Fällen schwierig, besonders bei Freigängern, die gerade mal nicht da sind …).

Dann, und erst dann, ist die Erstanamnese beendet.

Diese dauert erfahrungsgemäß durchschnittlich 2 Stunden, aber auch manchmal deutlich länger.

Einen schriftlichen Therapieplan erhalten Sie danach schnellstens von mir per Mail zugesandt, dazu analysiere ich zu Hause die erforderlichen Mittel, beispielsweise Bachblüten, homöopathische Mittel oder Vitalpilze.

Nach dem Start der Therapie bleiben wir, besonders in den ersten Wochen, in engem Kontakt. Wir verabreden in regelmäßigem Rhythmus, meistens zu Beginn der Therapie alle 2 Wochen, ein kurzes Feedback-Telefonat. Oftmals muss eine naturheilkundliche Therapie im Verlauf angepasst werden.

Übrigens: Viele Beratungen sind auch online möglich – mit Hilfe von Fragebögen, Telefonaten, Filmen, Grundrissen der Wohnung etc.

 

Ihre Tierheilpraktikerin und Katzenexpertin in Langenfeld und Umgebung und online

Monika Weßeling

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