Monika Weßeling

Monika Weßeling

Vom Hosenanzug in Sicherheitsschuhe

Ich bin ein “Ruhrpott-Kind”

Ich bin 1962 geboren und im Ruhrgebiet aufgewachsen, im “Kohlenpott”, in Gelsenkirchen. Auch heute sagen manche Kunden zu mir, dass man das meiner Sprache noch anhört -:)

Bereits als Kind fühlte ich mich sehr zu Tieren und zu medizinischen Themen hingezogen. In jedem Urlaub mit meinen Eltern war ich von Katzen, Ziegen, Pferden umgeben. Auch wenn wir nicht immer Urlaub auf einem Bauernhof machten, fand ich irgendwo immer ein Tier.

Meine Eltern wollten gerne, dass ich studiere und schickten mich aufs Gymnasium. Ich war eine mittelmäßige Schülerin und hatte damals keine Lust, lange zu lernen. Lieber wollte ich etwas Praktisches machen, irgendetwas mit Medizin. Mit der Fachoberschulreife verließ ich das Gymnasium ab. Und damit war natürlich kein Studium möglich. Ich wählte eine Ausbildung zur Bürokauffrau – irgendwie gar nicht das, was ich wollte.

Umzug ins Rheinland

Nach meiner Ausbildung in Gelsenkirchen bei der Stadtverwaltung war ich mehrere Jahre bei der Stadt-Sparkasse in Gelsenkirchen beschäftigt. Anschließend wechselte ich in ein großes Chemieunternehmen in Düsseldorf als Assistentin eines Hauptabteilungsleiters. Mein Job bereitete mir viel Freude. Ich war damals die erste in der Firma, die einen PC (Wang-Computer) bekam. Darauf war ich sehr stolz. Der Computer war eine bessere Schreibmaschine in den 80er Jahren.

Zu dieser Zeit lernte ich auch meinen Mann kennen, er ist ebenso tierlieb wie ich. Von Beginn an lebten immer mehrere Katzen mit uns.

Im Rheinland musste ich mich umgewöhnen. Hier gab es Brötchen, die hießen “Milchbrötchen”. In Gelsenkirchen waren Milchbrötchen die hiesigen “Mürbchen”. Und hier sagte man Tschööö statt Tschüß – sehr seltsam. Aber die Eingewöhnung dauerte dann doch nicht so lange wie vermutet -:)

Der weitere Weg 

Monika Weßeling

Kaufmännische Fortbildungen schlossen sich n den nachfolgenden Jahren an. Später wechselte ich als Personalsachbearbeiterin in die Personalabteilung. Dort entwickelte ich mich weiter und mir wurden immer mehr anspruchsvollere Tätigkeiten übertragen.

Mein Mann und ich waren zwischenzeitlich nach Langenfeld (Rheinland, zwischen Köln und Düsseldorf) gezogen. Hier wohnen wir in einem Einfamilienhaus mit unseren 4 Katzen – allesamt Orientalen. Vor vielen Jahren habe ich durch Zufall, durch eine Katze aus dem Tierschutz, diese Rasse kennen und lieben gelernt. Seitdem “lässt sie mich nicht mehr los”. Mein ältester Orientale, ein Orientalisch Kurzhaar, Schiva, wurde fast 21 Jahre alt.

Vor 10 Jahren wurde ich erstmals voll für ein sehr wichtiges Projekt der Firma verantwortlich. Kurz darauf wurde ich zur außertariflichen Angestellten und Personalmanagerin befördert und mir wurden mehrere Personalsachbearbeiterinnen unterstellt.

Zu dem Zeitpunkt reihte sich ein Projekt an das andere. Gleichzeitig verstarb mein Vater und meine Mutter zog zu uns in die Nähe und bedurfte meiner Pflege. Ich arbeitete jedoch an vielen Tagen 12 Stunden und reiste dienstlich oft nach Berlin. Manchmal kam ich nur zum Schlafen nach Hause. Und trotzdem begann ich zu diesem Zeitpunkt meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin. Mich ließ das Thema Naturheilkunde nicht mehr los, seit ich meinen eigenen Katzen damit geholfen hatte. Heute weiß ich gar nicht mehr, wie ich das alles mehrere Jahre bewältigt habe.

Es war eine schwierige Zeit

Ich hatte ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht allen gerecht werden konnte – meinem Mann, meinen Katzen, meiner Mutter. An mich selbst dachte ich dabei kaum. Krankheiten, die mir Signale gaben, verdrängte ich immer wieder. Jedes Mal nach einer Erkrankung schwor ich mir, nicht mehr so viel zu arbeiten, mehr auf mich, meine Ernährung etc. zu achten. Aber es funktionierte nicht. Ich war und blieb ein Workaholic.

Trotzdem blicke ich auf die Zeit gerne zurück. Ich habe viel lernen dürfen und konnte unterschiedlichste Menschen kennen lernen. Nach Berlin zu reisen, war immer wieder schön. Die gemachten Erfahrungen möchte ich nicht missen.

Meiner Ausbildung zur Tierheilpraktikerin schlossen sich viele weitere Aus- und Fortbildungen an, die Katzenpsychologin (Verhaltensberaterin für Katzen), Veterinärhomöopathie, Bachblüten, Mykotherapie, Tierkommunikation, zahlreiche Praktika, Sterbebegleitung u. a. Ich war auch privat viel unterwegs.

Meine Jeannie

2012 erkrankte meine Katze Jeannie, eine Siamkatze, plötzlich schwer an chronischer Niereninsuffizienz. Sie wurde nach 1,5 Wochen Aufenthalt in der Tierklinik aufgegeben.

Jeannie lebt heute noch, obwohl sie sehr hohe Nierenwerte hat. Ihre Therapie passe ich immer wieder an.

Mit der Behandlung habe ich sofort begonnen, als die Tierklinik mir Jeannie als abgemagertes “Bündel” in die Hände drückte. Jeannie hat mich dann auch dazu gebracht, meine Tierheilpraxis am 01.01.2015 zu eröffnen – vorerst nebenberuflich. Bis zu diesem Zeitpunkt wollte ich meine erlernten Kenntnisse nur für meine eigenen Tiere anwenden. Jetzt möchte ich auch anderen Tieren und deren Haltern helfen und beistehen.

Meine Kombination

ist sehr selten:
Ich bin Tierheilpraktikerin – Katzenexpertin – Katzenpsychologin – Tierkommunikatorin.
Dadurch kann ich Ihr Tier ganzheitlich und individuell behandeln.

Ohne diese Kombination könnte ich als Katzenpsychologin “nur” Umgebungsveränderungen vornehmen, so kann ich Ihre Katze gleichzeitig mit Bachblüten, Homöopathie oder Mykotherapie behandeln – oder anderen Mitteln. Ich habe festgestellt, dass eine Verbesserung einer Verhaltensauffälligkeit fast ausschließlich mit dieser Kombination möglich ist. Hilfreich kann zusätzlich die Tierkommunikation sein.

Zuhause lese ich seit Jahren fast ausschließlich Fachliteratur, vor allem die Homöopathie, einer meiner Therapie-Schwerpunkte, fesselt mich. Täglich lerne ich dazu.

Austritt aus meiner Firma

Anfang 2017 wurde in meiner Firma ein Sozialplan verkündet. Ich sah dies als Chance, meinem Leben nochmals eine Wende zu geben und meinen Traum zu erfüllen.

Im Frühjahr 2017 nahm die Demenz meiner Mutter schlagartig zu, so dass sie ins Altenheim musste.

Zum 30.06.2018 schied ich aus der Firma aus, in die ich am 15.09.1984 eingetreten war. Es war schon ein seltsames Gefühl. Am letzten Tag flossen doch einige Tränen. Obwohl ich mir doch so sehr vorgenommen hatte, keine einzige zu vergießen … Aber gegen seine Gefühle kommt man nicht immer an.

Monika Weßeling mit Fee Original-BildSeptember 2018 verstarb meine Mutter nach sehr schwerer Krankheit. Auch das waren schwere Monate. Ich besuchte sie, sooft es möglich war, im Altersheim. Sie litt zum Ende hin an sehr schwerer Demenz und konnte nicht mehr reden und hat mich wahrscheinlich nicht mehr erkannt.

Seit dem Austritt aus meiner Firma bin ich voll selbständig mit meiner Tierheilpraxis.

Jetzt ist sicherlich der Titel verständlich geworden:
In der Firma trug ich fast immer einen Hosenanzug oder mindestens eine Kombination aus Blazer und Hose. Heute besteht meine “Berufskleidung” aus Jeans, Fleecejacke und – falls ich ein Pferd im Stall besuche – aus Sicherheitsschuhen.

Ich hoffe, dass ich noch vielen Tieren und deren Haltern helfen kann. 

 

4 Kommentare

  1. Liebe Monika, wir haben mehr gemeinsam, als ich dachte 😄 Zumindest, was die Wurzeln im “Pott” und den schulischen Werdegang angeht. Ich mache es umgekehrt, habe mich seit 1997 auf Pferde spezialisiert, ab und zu behandle ich auch Katzen. Ich danke Dir für die lehrreichen Berichte zu Katzenthemen, bei denen ich immer noch dazu lerne.
    Weiterhin viel Erfolg!

    Antworten
    • Liebe Gabi, auch Dir wünsche ich weiterhin viel Erfolg, alles Gute und vor allem Gesundheit. Da habe ich ja jetzt eine Spezialistin für Pferde gefunden -:) Und danke für Deine lieben Worte. Liebe Grüße Monika

      Antworten
  2. Das ist ein wirklich interessanter Weg, den Du gegangen bist, liebe Monika. Und wie gut, dass Du ihm so zielstrebig folgst – davon können sicher noch unzählige Tiere (und deren Halter) profitieren!

    Ich finde es immer spannend, zu sehen, wie die meisten „von uns“, die als Heilpraktiker o.ä. „unterwegs sind“ durch eigene Erfahrungen dazu gekommen sind, diesen Weg zu beschreiten.

    Und wenn ich Deine Entwicklung in den letzten Jahren so betrachte, wirst Du mit Deiner Tierheilpraxis bestimmt noch so einiges auf die Beine stellen 🙂

    Antworten
    • Liebe Birte, ich danke Dir für Deine lieben Worte und wünsche auch Dir weiterhin viel Erfolg und Glück mit Deiner Praxis – und vor allem Gesundheit. Liebe Grüße Monika

      Antworten

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