Monika Weßeling

Monika Weßeling

Homöopathie

Was ist Homöopathie?

Samuel Hahnemann begründete das Prinzip der Homöopathie. Hinweise auf die Homöopathie finden wir jedoch schon im Alten Testament, bei Aristoteles und Hippokrates.

Samuel Hahnemann wurde in Triebischvorstadt geboren. Sein Vater war als Porzellanmaler in der Meißener Porzellanmanufaktur beschäftigt.

Hahnemann begann nach seinem Schulabschluss in Meißen 1775 ein Medizinstudium in Leipzig, das er 1779 beendete. Zuerst eröffnete er eine kleine Arztpraxis. Er war sehr an der Chemie interessiert, seine erste Frau war die Tochter eines Apothekers. Danach war er als Arzt, Chemiker und Schriftsteller in vielen deutschen Städten tätig. 1796 schrieb er einen Aufsatz über das homöopathische Heilprinzip. Das war die Geburtsstunde der Homöopathie.

 

Die Homöopathie beruht auf dem folgenden Satz:

Similia similibus curentur:

Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.

aus dem Griechischen:
homoios = ähnlich
pathos = das Leiden

 

Das wichtigste Merkmal

Globuli, Flasche, Calendula (Ringelblume)Das “richtige” Mittel wird mit Hilfe dieser Regel analysiert. Dabei wird der Patient ganzheitlich betrachtet. Seine Krankheitszeichen, seine Persönlichkeit und sein Verhalten werden berücksichtigt.

Homöopathie wird völlig individuell auf den Patienten angepasst. Das Mittel wird genau auf diese Individualität hin gesucht. Das ist sehr schwierig, weil fast immer nach der Analyse (Repertorisierung) mehrere homöopathische Mittel für dieses Krankheitsbild in Frage kommen. Dann muss der Therapeut abwägen und die Mittel in der sogenannten “Materia medica” vergleichen. In der Materia medica sind viele homöopathische Mittel mit ihrer Wirkung beschrieben. Jedes Mittel hat bestimmte Charakteristika. Die Repertorisierung kann mit der Hilfe von Computerprogrammen erfolgen.

Hahnemann führte viele Experimente und Tests durch, teilweise an sich selbst, die Arzneimittelprüfungen. 1810 veröffentlichte er das “Organon der Heilkunst”. Dieses Buch ist bis heute das Standardwerk für Homöopathen. Das Organon kam in sechs deutschen Auflagen heraus und wurde danach in weitere Sprachen übersetzt. Es ist eine Anleitung, wie die Homöopathie praktiziert werden sollte.

Der 80jährige Hahnemann zog, nachdem seine Frau verstorben war, nach Köthen um. Dort verliebte er sich in eine junge Pariserin, heiratete sie und zog mit ihr 1835 nach Paris. Dort eröffnete er eine Praxis und wurde in Paris sehr bekannt. Am 02.07.1843 verstarb er.

Die Einnahme eines homöopathischen Mittels ruft bei einem gesunden Patienten charakteristische Erscheinungen hervor. Wenn nun dieser Patient unter Krankheitszeichen leidet, die diesen ähnlich sind, ist das Mittel richtig gewählt.

 

Beispielhaft ist hier das Mittel “Allium cepa”, die Küchenzwiebel, aufgeführt

Wenn Sie eine Zwiebel schneiden und weiter verarbeiten, wird Ihnen aus der Nase ein wässriger und brennender Ausfluss laufen, die Augen werden in Mitleidenschaft gezogen, viele Menschen niesen. Wenn Sie sich ins Freie begeben, bessern sich die Beschwerden. Wenn Sie daher einen Schnupfen mit diesem Krankheitsbild haben (das ist jetzt kurz gefasst), hilft Ihnen wahrscheinlich das homöopathische Mittel Allium cepa.

Wenn Sie jedoch an einem anderen Schnupfen leiden, beispielsweise ist die Nase verstopft, sie haben bohrende Kopfschmerzen, der Ausfluss aus der Nase ist gelb und dick, wird anhand dieser Beschwerden eine andere Arznei gewählt.

Das ist der Unterschied zur Schulmedizin. Homöopathie richtet sich nach individuellen Beschwerden. Die Schulmedizin würde jetzt wahrscheinlich ein Antibiotikum, besonders bei dem 2. Beispiel, verordnen (eitriger Schnupfen, wahrscheinlich Sinusitis).

Die Anwendung eines Komplexmittels entspricht nicht diesen homöopathischen Grundsätzen. Ein Komplexmittel wird aus mehreren Einzelmitteln zusammengestellt, und zwar in verschiedenen Potenzen. Diese Mittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, werden viel beworben und auch von Laien eingesetzt. Ich empfehle jedoch immer, einen erfahrenen Homöopathen für eine entsprechende Therapie zu suchen.

Bei einer homöopathischen Behandlung gibt es immer körperliche und psychische Besonderheiten, die Berücksichtigung finden müssen. Das Tier wird ganzheitlich in seiner Individualität betrachtet.

 

Potenzen

Zur Herstellung braucht man eine Urtinktur, die immer weiter verdünnt wird. Das nennt man ‘potenzieren’, denn durch die Verdünnung wird die Arznei immer weiter verstärkt. Dies wird als Dynamisierungsprozess bezeichnet.

Homöopathische Arzneien werden immer erst in flüssiger Form hergestellt. Erst danach werden sie entweder in Tropfenform verkauft oder in der gebräuchlichen Globuli-Form angeboten.

Globulis werden aus Saccharose (Rohrzucker) hergestellt. Diese Kügelchen werden mit dem jeweiligen homöopathischen Mittel besprüht oder beträufelt. Der Alkohol verdunstet bei dem Trocknungsvorgang, die fertigen Globulis sind daher alkoholfrei. Viele Firmen stellen homöopathische Arzneimittel maschinell her, einige noch per Hand nach Hahnemann’s Vorgaben.

Die wichtigsten Potenzen sind die C- und D-Potenzen. Das C steht für centum (einhundert), das D für decem (zehn).

Zur Herstellung einer C-Potenz wird ein Tropfen der Urtinktur mit 99 Tropfen einer Alkohol-Wasser-Lösung gemischt. Die entstandene Mischung wird verschüttelt. D. h., man schlägt das Fläschchen zehnmal auf eine elastische Unterlage. Zu Hahnemanns (ohne ‘) Zeiten waren dies ledergebundene Bücher. Dadurch erhält man eine C1-Potenz. Wenn eine C6-Potenz hergestellt werden soll, wird dieser Vorgang fünfmal wiederholt.

Zur Herstellung einer D-Potenz wird ein Tropfen der Urtinktur mit 9 Teilen einer Alkohol-Wasser-Lösung gemischt. Die weitere Zubereitung erfolgt wie bei der C-Potenz.

Weitere Potenzen sind die LM- und die Q-Potenzen.

Um einen Therapieerfolg zu erzielen, ist das Wichtigste nicht die gewählte Potenz, sondern die richtige Arznei.

 

Repertorisierung

Um das richtige Mittel zu finden, gerade bei Verhaltensauffälligkeiten von Tieren, wird in der Homöopathie eine Repertorisierung vorgenommen.

Das kann manuell gemacht werden oder mit Hilfe eines Computerprogramms, natürlich erst nach einer umfangreichen Anamnese.

Der Therapeut bestimmt ungewöhnliche Merkmale in seiner Repertorisierung und muss hier sehr genau vorgehen.

Nach erfolgter Eingabe von allen Symptomen ergeben sich in der Repertorisierung mehrere Hauptmittel. Die in Frage kommenden Mittel werden anschließend in der Materia Medica nachgeschlagen. In der Materia Medica ist ein Großteil der homöopathischen Mittel detailliert beschrieben. So wird der Kreis der Mittel immer weiter eingegrenzt, so dass ein Mittel für die Gabe übrig bleibt.

 

In meiner Praxis habe ich sowohl mit einigen Komplexmitteln als auch mit Einzelmitteln gute Erfahrungen gemacht. Besonders gerne setze ich die Homöopathie zur Behandlung chronischer Krankheiten ein, aber auch in der Verhaltenstherapie.

 

Ihre Tierheilpraktikerin und Katzenexpertin in Langenfeld und Umgebung und online

 

Monika Weßeling 

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