Monika Weßeling

Monika Weßeling

Hitzetipps für Katzen, Hunde und Pferde

Gerade im Sommer bei heißen Temperaturen leiden unsere Tiere ebenso wie wir unter der Hitze. Sie fressen oft weniger und sind müde und schlapp. Sie schlafen viel. Das ist völlig normal.

Ich möchte Ihnen jedoch ein paar Tipps geben.

 

Hitzefalle Auto

Lassen Sie Ihr Tier nicht im Auto, auch nicht für wenige Minuten. Entweder bleibt es zu Hause oder Sie nehmen es mit zum Einkauf.

Bereits bei einer Außentemperatur von 25 Grad steigt die Temperatur im Auto nach 45 Minuten auf 40 Grad! Das bedeutet für einen Hund, das seine Körpertemperatur schnell ansteigt – Hecheln hilft nicht mehr. Das kann zum Schock oder gar zum Tod des Tieres führen. Jedes Jahr gibt es derartige Todesfälle.

Auch einen Spaltbreit geöffnete Fenster helfen nicht! Die Temperatur im Auto wird dadurch vielleicht um 1 oder 2 Grad weniger erhitzt, aber mehr nicht. Ebenso nutzt ein Parkplatz im Schatten nur wenig, da sich die Innentemperatur trotzdem aufheizt, außerdem kann die Sonne wandern.

 

Zu Hause

Achten Sie auf einen schattigen Platz. Wenn sich das Tier zwischendurch im Garten oder auf dem Balkon aufhält, stellen Sie dort mehrere Näpfe mit Wasser auf. Es kann auch mal ein Eiswürfel ins Wasser, aber beobachten Sie genau Ihr Tier, Sie kennen es am besten. Viele Tiere sind magenempfindlich und vertragen Eis schlecht.

Füttern Sie kleinere Portionen, damit der Magen nicht so belastet wird, ggf. auch öfter.

Zeit und Pausen sind das Wichtigste!

Wenn Sie Fenster zu Hause kippen wollen, sorgen Sie für eine ausreichende Sicherung. Jedes Jahr sterben viele Katzen durch das Kippfenster-Syndrom oder verletzen sich stark. Am besten lassen Sie die Rollos tagsüber runter und verdunkeln dadurch die Räume.

Besonders Katzen fangen gerne Insekten. Ein Insektenstich muss schnellstens gekühlt werden. Stiche können zu Allergien führen, zögern Sie nicht, einen Tierarzt aufzusuchen – bei Stichen in den Hals sofort, das kann lebensgefährlich werden.

Lassen Sie Nassfutter nicht lange herumstehen. Bei den Temperaturen sind viele Fliegen unterwegs, sie lassen sich darauf nieder und legen ihre Eier dort ab.

 

Kippfenster-Syndrom

Die Temperaturen sind nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst noch oft wärmer, so dass sie dazu verleiten, die Fenster auf Kipp zu stellen. Das birgt besonders für Katzen die Gefahr des “Kippfenster-Syndroms”.

Katzen können bei dem Versuch, durch ein gekipptes Fenster zu schlüpfen, darin hängen bleiben, und zwar meistens mit dem Becken.

Durch ihre Befreiungsversuche rutschen die Katzen immer tiefer in den enger werdenden Spalt und werden darin eingeklemmt. Dabei können sich die Katzen gravierende Verletzungen an Knochen, Nerven und Gewebe zuziehen. Tierärzte bezeichnen dies als Kippfenster-Syndrom bei der Katze.

Es kann zu lebensgefährlichen Verletzungen führen bis zum Tod der Katze. Wie schwer diese sind, ist davon abhängig, wie lange die Katze bereits versucht hat, sich zu befreien. Lenden- und Bauchbereich werden eingequetscht und ebenso die Organe. Nach kurzer Zeit fällt die Katze meistens in einen Schockzustand. Sie kann evtl. Knochenbrüche davon getragen haben oder Nervenverletzungen, auch Lähmungen sind möglich.

Eine Katze, die in ein gekipptes Fenster gerutscht ist, ist ein absoluter Notfall und muss sofort zum Tierarzt transportiert werden.

Dort erhält sie im Normalfall eine Flüssigkeitstherapie, besonders um einer Nierenschädigung vorzubeugen bzw. diese zu mindern, und der Tierarzt entscheidet über die weitere Therapie. In den meisten Fällen wird der Tierarzt die Katze röntgen oder eine Ultraschalluntersuchung machen.

Wenn die Flüssigkeitstherapie erfolgreich war und die Katze innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Unfall Harn abgesetzt hat, ist die Prognose günstig. Der Tierarzt verabreicht auch sehr oft zusätzlich Schmerzmittel. Die Behandlung hängt von der Schwere des Falls ab.

Außerdem könnte die Katze (wenn es ihr gelingt) auch durch ein gekipptes Fenster nach draußen entkommen. Zur Sicherung von Kippfenstern können Sie spezielle Gitter oder Holz- oder PVC-Keile kaufen – einen “Kippfensterschutz”. Es gibt auch Gitter, die ohne Bohren angebracht werden können, was besonders wichtig in Mietwohnungen ist. So können Sie Ihre Katze vor lebensgefährlichen Verletzungen schützen.

 

Gartenteich und Swimmingpool

Nur wenige Katzen – mit Ausnahme der Türkisch Van-Katze – gehen freiwillig schwimmen. Deshalb können Teiche und Swimmingpools, die nicht ausreichend gesichert sind, zu einer großen Gefahr für die Katze werden. Durch die glatte Oberfläche gelangt sie nicht mehr hinaus und kann ertrinken. Bauen Sie immer eine Ausstiegsrampe.

 

Unterwegs

Gehen Sie morgens mit Ihrem Hund Gassi, in den späten Abendstunden oder nutzen Sie schattige Wege. Vermeiden Sie unbedingt die Mittagshitze. Das gilt genauso für Ausritte mit dem Pferd.

Wenn Sie auf Pflastersteinen oder geteerten Wegen mit Ihrem Hund laufen, besteht die Gefahr, dass er sich die Pfoten verbrennt. Prüfen Sie selbst mit der Hand, wie heiß die Steine sind!

Im Auto können offene Fenster zwar Kühle hereinbringen, aber beim Hund auch entzündete Augen verursachen.

 

Sonnenbrand bei Katzen, Hunden und Pferden

Katzen, Hunde und Pferde können einen Sonnenbrand bekommen.

Ungewöhnlich, mag man denken, da besonders Hunde und Katzen ein dichtes Fell haben. Aber einige Stellen sind nicht so gut geschützt und haben weniger Haare: die Ohren (Ohrspitzen, Ohrränder), der Bauch, der Nasenrücken/Nasenspiegel.

Vor allem Katzen oder Hunde mit weißem bzw. hellem Fell an diesen Stellen können noch leichter einen Sonnenbrand bekommen, beispielsweise weiße Siamkatzen, Dalmatiner oder Bullterrier. Sphynx-Katzen oder Nackthunde sind noch weitaus empfindlicher. Auch Pferde sind an den Bereichen mit weniger Haaren betroffen: um die Nüstern, auf der Stirn, um die Augenpartie, am Ansatz des Schweifes.

Medikamente können zu einer Sonnenunverträglichkeit/-empfindlichkeit führen. Dazu zählen manche Antibiotika. Auch Erkrankungen der Leber können evtl. zu einer höheren Sensibilität führen.

Die Symptome eines Sonnenbrandes sind mit denen beim Menschen vergleichbar. Ein leichter Sonnenbrand führt zu Rötungen, ein stärkerer kann zur Bildung von Bläschen führen, oft verbunden mit Entzündungen, die Haut “pellt” sich. Bei Pferden wird ein Sonnenbrand gelegentlich mit einem Ausschlag verwechselt. Das Tier juckt sich vermehrt und kratzt dadurch evtl. die Haut auf. Das kann zu entzündeten Wunden führen, die auch eitern können.

Empfindliche Stellen können mit einer geeigneten Sonnencreme geschützt werden. Diese sollte für Babys sein, wasserfest und auf keinen Fall Parfüm, Konservierungsstoffe oder Fett enthalten. Fragen Sie im Tierfachgeschäft nach einer geeigneten Creme. Der Lichtschutzfaktor muss hoch gewählt werden. Das Problem ist aber, dass sich viele Tiere das Eincremen nicht gefallen lassen und spätestens danach oft versuchen, die Creme wieder wegzuputzen. Sprays empfehle ich nicht, da die Tiere diese einatmen können.

Was können Sie bei einem Sonnenbrand Ihres Tieres tun? Es sollte sich ab sofort nur noch im Schatten aufhalten, bieten Sie unbedingt sofort Wasser zum Trinken an. Wenn das Tier nur leicht gerötete Stellen hat, hilft hier die Kühlung. Wringen Sie ein Tuch in kühlem (auf keinem Fall in eiskaltem!) Wasser aus und legen Sie es auf die entsprechenden Stellen. Sie können auch etwas Quark auf die Rötungen verteilen. Beim Pferd und Hund ist auch das Einreiben mit Ringelblumensalbe oder Zinksalbe möglich, die Katze wird das wahrscheinlich nicht tolerieren und sofort wegputzen.

Sollte Ihr Tier einen stärkeren Sonnenschaden haben, fahren Sie bitte sofort mit ihm zum Tierarzt.

 

Was können Sie noch tun?

Das Wasser wird knapp für Vögel und Insekten.

Stellen Sie im Garten oder auf dem Balkon Trinkgefäße für Vögel, Hummeln etc. auf, am besten flache Schalen. Diese sollten nicht mit zu viel Wasser gefüllt sein, da Insekten sonst darin ertrinken können.

Sie können Steine hineinlegen, die dann als Landeplatz genutzt werden können. Sehr gut eignen sich Blumenuntersetzer.

Vögel freuen sich auch über ein Wasserbad.

 

  

Ihre Tierheilpraktikerin und Katzenexpertin in Langenfeld und Umgebung und online

 

Monika Weßeling 

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