Monika Weßeling

Monika Weßeling

Futter für die Katze

Mäuse für die Katze?

Ich möchte an dieser Stelle nur ein paar Tipps zur Fütterung geben, es gibt viele ausführliche Bücher zu dem Thema.

In der Natur würde die Katze Mäuse, Ratten, Vögel und Insekten über den ganzen Tag und die ganze Nacht verteilt fressen. Diese rohe Nahrung enthält hohe Anteile an Proteinen und Fetten. Getreide, wie es heute immer noch in Fertigfutter für die Katze zu finden ist, ist nur in Form eines Körnchens im Magen der Maus oder Ratte zu finden, ebenso Gemüse.

Die Wildmaus enthält das wichtige Taurin, und zwar pro 100 g etwa 240 mg.

Taurin ist eine Aminosäure, die die Katze für ihren Stoffwechsel benötigt, vor allem für die Augen und für das Herz. Die Katze kann Taurin nur in geringem Maß herstellen. Deshalb muss sie daher ihren Taurinbedarf durch die Aufnahme von Eiweiß decken.

Der Abstand zwischen den Happen in der Natur ist lang, da die Beute erst gefangen werden muss. Abschließend wird sie durch das nachfolgende Spiel verdaulich gemacht.

 

Die Katze ist ein Fleischfresser

Eins ist sicher: Die Katze ist ein Fleischfresser. Draußen ernährt sie sich von Beutetieren und deckt damit den Großteil ihres Trinkbedarfs ab.

Als Fleischfresser frisst sie ihre Beute komplett, mit Ausnahme des Darms: Oftmals werden Magen und Leber liegen gelassen.

Die Katze braucht Fleisch. Ihr Darm ist kurz, das Verhältnis der Darmlänge der Katze zur Körperlänge beträgt 3 : 1, bei einem Pflanzenfresser ist der Darm wesentlich länger. Daher schließt die Katze Kohlehydrate sehr schlecht auf.

Falls Ihre Katze etwas Gemüse gerne frisst, sollten Sie dieses daher garen und nicht roh anbieten. Jedoch benötigen Katzen keine Kohlehydrate. Sie können diese aber verdauen. Sie benötigen im Futter nur geringe Mengen an Fett.

Die Katze ist kein Aasfresser und frisst nur frische Nahrung. Sie werden bestimmt festgestellt haben, dass eine Katze sofort bemerkt, wenn Nahrung verdorben ist. Allein durch ihre bessere Nase und ihre vielen Geruchszellen stellt sie das fest. Die Katze kann wesentlich besser riechen als Menschen, Hunde oder Pferde.

 

Wie gelingt uns eine gesunde Ernährung der Katze?

Die artgerechte Ernährung entspricht dem B.A.R.F. (biologische artgerechte Rohfütterung). Die Katze wird dabei vorwiegend mit rohem Fleisch/Geflügel und bestimmten Zusätzen gefüttert.

Der Nachteil dieser Fütterung besteht darin, dass sich der Besitzer einiges an Wissen aneignen muss, damit die Katze nicht unter Mangelerscheinungen leidet.

Es gibt Ernährungsexperten, die Ihnen bei der Erstellung eines Speiseplans für die Katze mit genauer Angabe von Rationen unter Berücksichtigung des Gewichts helfen können.

Sie müssen auf sehr gute Qualität des Fleisches achten, wenn Sie Ihre Katze barfen möchten. Überlegen Sie sich, ob Sie den Zeitaufwand für die Zubereitung der Mahlzeiten auf Dauer leisten können.

 

Auf BARF umstellen?

Weiterhin ist es sehr schwierig, eine an Trockenfutter oder Nassfutter gewohnte Katze auf B.A.R.F. umzustellen. Generell ist es nicht einfach, unsere Samtpfoten an eine andere Ernährung zu gewöhnen.

Deshalb sollten Sie, wenn Sie diese Ernährung für Ihre Katze möchten, Ihre Katze als Kitten bereits an rohes Fleisch/Geflügel gewöhnen. Auf keinen Fall können Sie damit starten, wenn die Katze bereits sehr krank oder alt ist. Aus diesem Grund bleiben Sie in diesen Fällen am besten beim gewohnten Futter.

Versuchen Sie, zwischendurch rohe Fleischstücke, rohe Geflügelherzen, rohe Geflügelknochen o. ä., zu füttern. Beginnen Sie am besten mit gewolftem Fleisch So kann Ihre Katze sich langsam daran gewöhnen.

Knochen dürfen Sie auf keinen Fall kochen, da sie splittern. Viele Katzen knabbern gerne an einem Hühnerhals.

Wenn Ihre Katze Ihre Versuche vehement ablehnt, testen Sie getrocknete Fleisch- oder Geflügelstreifen. Viele Katzen mögen diese. So hat die Katze gleichzeitig Beschäftigung, gesundes Fressen und tut etwas für die Gesunderhaltung ihrer Zähne. Hühnerherzen können Sie kurz abkochen und damit Ihre Katze füttern.

 

Was ist noch möglich außer BARF?

Die zweitbeste Alternative ist die Fütterung von hochwertigem Nassfutter. Also Nassfutter mit einem hohen Fleischgehalt, ohne Getreide, ohne Zucker, ohne Soja.

Es gibt viele geeignete Futtersorten auf dem Markt, sogar mit über 90 % Fleischgehalt. Kaufen Sie kein minderwertiges Futter mit einem geringen Fleischgehalt. Hochwertiges Futter erkennen Sie daran, dass Sie davon nur sehr wenig füttern müssen. In minderwertigem Futter sind Schlachtabfälle, Federn, Krallen und andere Nebenprodukte enthalten.

Viele Katzen werden sehr mäkelig beim Fressen. Sie möchten irgendwann nur ihr Futter und verweigern alles andere. Daher sollte Ihre Katze bereits als Kitten abwechslungsreiche Nahrung erhalten, und zwar möglichst täglich etwas anderes.

Hochwertiges Futter ist auf Dauer preiswerter wegen der geringen zu fütternden Mengen. Ihre Katze hat dadurch ein höheres Sättigungsgefühl. Außerdem tun Sie für die Gesundheit und deren Erhaltung Ihrer Katze etwas Gutes. Es stellen sich weniger Folgeerkrankungen ein.

 

Achtung bei Fütterung von Nassfutter und Rohfleisch

Falls Sie Ihrer Katze Rohfleisch und hochwertiges Nassfutter geben, achten Sie darauf, nicht beides gleichzeitig zu füttern. Rohes Fleisch und bereits zubereitetes Nassfutter verdaut die Katze unterschiedlich. Es sollten zwischen diesen Fütterungsarten etwa drei bis vier Stunden Abstand liegen.

Bei der Zufütterung von rohem Fleisch oder Geflügel können Sie Ihrer Katze etwa maximal 200 g in der Woche davon geben, ansonsten müssen Sie Nahrungsergänzungsmittel hinzugeben.

 

Bitte kein Trockenfutter für die Katze

Trockenfutter sollten Sie gar nicht an Ihre Katze verfüttern. Eine Katze, die Trockenfutter frisst, muss auf jeden Fall viel mehr Wasser trinken als eine mit Nassfutter ernährte Katze. Trockenfutter verfügt im Gegensatz zu Nassfutter über einen sehr geringen Wassergehalt. Trockenfutter reinigt nicht die Zähne, da die Katze die Brocken hinunterschlingt, zerknackt und sie nicht kaut, sie hat keine Mahlzähne. Wenn die Katze mit Trockenfutter ernährt wird, hat sie einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Da sie jedoch sehr wenig trinkt, wird sie diesen nicht decken. Die Folge sind meistens Nieren- und Blasenerkrankungen.

Zudem ist in den meisten Trockenfuttersorten Getreide, Zucker und Stärke enthalten. Als Fleischfresser kann die Katze diese Bestandteile schlecht verstoffwechseln. Auch Getreide und Soja führen immer häufiger zu Allergien bei der Katze.

Gerade bei chronischen Erkrankungen, wie der chronischen Niereninsuffizienz, sollte die Katze kein Trockenfutter erhalten. Es gibt regelrechte Trockenfutter-Junkies. Ist eine komplette Abgewöhnung von Trockenfutter nicht möglich, füttern Sie zumindest Trockenfutter ohne Getreide und ohne Zucker und verringern nach und nach die Mengen.

 

Rindfleisch und Allergien der Katze

Bei der Fütterung von Rindfleisch sollten Sie aufpassen, ob Ihre Katze das verträgt. Es hat sich herausgestellt, dass hierauf immer mehr Katzen mit Allergien reagieren. Vermutlich liegt dies daran, dass die meisten Rinder mit Maissilage gefüttert werden. Mais ruft oft Allergien hervor. Wenden Sie sich in einem solchen Fall immer sofort an Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Durch eine Allergie kann Ihre Katze unter unerträglichem Juckreiz leiden und sich Wunden immer wieder aufkratzen. Meistens muss sie längere Zeit einen Kragen tragen. Dadurch wird sie vom Lecken an den Wunden abgehalten.

Wenn dies der Fall sein sollte, schauen Sie sich im Internet um. Es gibt weiche Kragen, die für die Katze nicht so hinderlich sind, wie die Kragen, die vom Tierarzt mitgegeben werden und die aus hartem Plastik bestehen. Es gibt Bodys in vielen Formen, sogar mit kleinem Kragen/Rollkragen, mit denen die Katze gehindert wird, an offenen Wunden zu kratzen.

 

Wie viel sollte gefüttert werden?

Der Energiebedarf ist stark abhängig von der Aktivität und dem Alter der Katze.

Falls Ihre Katze zu dick ist, lassen Sie sie nicht hungern, das führt bei Katzen schnell zu Leberschäden. Füttern Sie kein sogenanntes Diätfutter (light-Futter), sondern lassen Sie sich von einem Ernährungsexperten beraten, was Sie tun können, damit Ihre Katze langsam an Gewicht verliert.

Senioren, Kitten, trächtige, sehr aktive oder sehr ruhige Katzen müssen unterschiedlich gefüttert werden, sie benötigen eine individuelle Ernährung. In bestimmten Situationen muss es zu Anpassungen des Futters kommen, beispielsweise in akuten Krankheitssituationen oder wenn die Katze vermehrt Stress hat.

 

Tipps für eine Futterumstellung

Wenn Sie eine Futterumstellung durchführen wollen, mischen Sie das neue Futter in ganz winzigen Portionen unter das bisherige Futter. Sie vermeiden dadurch Durchfall, Verstopfung oder Magenbeschwerden und erhöhen die Akzeptanz bei Ihrer Katze.

Den Anteil des neuen Futters müssen Sie schrittweise erhöhen. Reste des übrig gebliebenen Futters können Sie an streunende Katzen verfüttern oder im Winter an Igel.

 

Tricks für die schwierigen Kandidaten

Wenn es sehr schwierig wird, Ihre Katze auf das neue Futter umzustellen, gibt es ein paar Tricks.

Sie können das neue Futter mit etwas warmen Wasser pürieren und über das alte Futter geben. Oder Sie geben etwas Thunfischwasser zum Futter dazu. Hühnerbrühe, möglichst selbst gekocht, eignet sich ebenfalls. Viele Katzen mögen etwas geriebenen Parmesan. Ganz fein zerriebenes Trockenfutter, natürlich nur in Mini-Portionen und für den Übergang, stellt eine weitere Möglichkeit dar.

Es gibt gefriergetrocknetes Fleisch oder Geflügel in Stücken in sehr guter Qualität Das können Sie über das neue Futter bröseln. Fast alle Katzen mögen diese gefriergetrockneten Produkte. Viele Katzen mögen angewärmtes Futter, weil es intensiver riecht. Sie können einen Teller heiß abwaschen und mit Futter füllen oder das Futter bei sehr geringer Temperatur im Backofen erwärmen. Das erwärmte Futter entspricht dann der Temperatur der Beute.

Sie können versuchen, das neue Futter im Gefrierer zu lagern. Dazu füllen Sie das neue Nassfutter in einen Eiswürfelbehälter um. Bei dieser Methode ist es jedoch möglich, dass die Katze das Futter nach dem Auftauen ablehnt. Katzen merken genau, wenn Futter nicht mehr „frisch“ ist. Einen Versuch ist es wert.

 

Wie oft sollte gefüttert werden?

Wie oft soll die Katze gefüttert werden? Wenn Sie zu Hause die Mahlzeiten aufteilen, füttern Sie Ihre Katze wenigstens dreimal täglich. Das ist für Berufstätige zu bewerkstelligen. Füttern Sie sie morgens, wenn sie von der Arbeit heimkommen und nochmals, bevor Sie zu Bett gehen. Katzen sind nachtaktive Tiere. In der Natur würde die Katze den ganzen Tag über verteilt kleine Portionen fressen.

Um das Gewicht Ihrer Katze regelmäßig zu kontrollieren, bietet sich eine Kinderwaage an. Sie können Ihre Katze problemlos auf die digitale Waage setzen und ein Protokoll führen. Das ist vor allem wichtig, wenn die Katze zu- oder abnehmen soll.

 

Und noch ein Tipp zu den Näpfen

Sie sollten für die Katze immer einen Fressnapf aus Keramik wählen.

Plastik kann Schadstoffe absondern. Katzen können von der Berührung damit auch Katzen-/Kinn-Akne bekommen. Diese kommt manchmal einmal im Katzenleben vor, manchmal nie und manchmal immer wieder. Sie kann meistens gut homöopathisch behandelt werden – ohne Antibiotika, das der Tierarzt verordnet.

Es gibt wunderschöne Fressnäpfe im Handel, auch handgetöpferte, die mit Namen graviert werden können in den verschiedensten Farben. Es gibt flache Näpfe, erhöhte, alle möglichen Formen. Probieren Sie aus, aus welchem Ihr Tier am liebsten frisst. Gerne empfehle ich Ihnen einen Keramik-Hersteller, der ohne Schadstoffe in Handarbeit wunderschöne Näpfe herstellt.

Edelstahl mögen einige Katzen nicht, und zwar wegen der spiegelnden Oberfläche. Manche fürchten sich regelrecht davor. Meistens sind sie auch nicht lebensmittelecht. Ich rate von der Verwendung ab.

Es gibt auch Näpfe aus Glas, diese empfehle ich jedoch nicht. Wenn dieser durch die ganze Wohnung geschoben wird und auf einmal irgendwo zerbricht, kann das sehr gefährlich werden. Die Katze tritt in die Glassplitter und kann sich arg verletzen. Oder Splitter landen im Fell und werden beim Putzen heruntergeschluckt. Das kann schlimme innerliche Verletzungen verursachen.

Ihre Katze ist ein Schlinger? Dann versuchen Sie es mit einem Schlingnapf. Damit wird das Tier zum langsameren Fressen „erzogen“, was gleichzeitig bekömmlicher für Magen und Darm ist.

 

Ihre Tierheilpraktikerin und Katzenexpertin in Langenfeld und Umgebung

 

Monika Weßeling

8 Kommentare

  1. Danke für den informativen Artikel

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    • Vielen Dank für das positive Feedback.

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  2. Sehr gut geschrieben Monika!

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    • Danke für das Lob, liebe Regine.

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  3. Super Artikel! Danke! Werde jetzt sofort Edelstahl gegen Keramik tauschen.

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    • Liebe Frau Silburn, danke für das nette Feedback. Ich kann keramik-im-hof im Internet empfehlen. Dort werden sehr schöne handgearbeitete Keramiknäpfe und Brunnen hergestellt. Liebe Grüße Monika Weßeling

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  4. Toller Artikel – benutzen schon lange einen Keramik-Brunnen mit großem Erfolg — und die Tipps hier sind wirklich super

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    • Liebe Angelika, vielen Dank für Dein Lob, darüber freue ich mich sehr. Und Brunnen sind wirklich eine gute Möglichkeit für Katzen, sich zu beschäftigen und das Trinken gleichzeitig anzuregen. Besonders wichtig ist das, wenn Katzen evtl. später einmal krank werden sollten (Niereninsuffizienz etc.).

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