Monika Weßeling

Monika Weßeling

Corona und das Bedürfnis nach einem Tier

Seit der Corona-Krise möchten immer mehr Menschen ein Tier. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Hunde und um Katzen.

Die Anfragen sind gestiegen

Katze im Garten auf dem Häuschen

Ich weiß von Züchtern, dass sie enorm viele Anfragen für Kitten erhalten, viel mehr als vor der Corona-Krise. Die meisten Interessenten wollen das Tier gar nicht mehr vorher kennen lernen, sondern fahren einfach zum Züchter und holen es direkt ab.

Auch Tierheime und Tierschutzorganisationen haben viele Anfragen, besonders nach Kitten und jüngeren Katzen.

 

Tierschutzgebühr? Kosten für ein Tier?

Ich bin immer wieder  entsetzt, wenn schon über die Tierschutzgebühr diskutiert wird. Diese wäre doch viel zu hoch.

Ein Tier kostet viel, viel Geld! Und nicht nur die Tierschutzgebühr oder die Kauf-Gebühr beim Züchter. Allein die Erstanschaffung (Futter, Katzentoilette, Streu, Kratzbäume, Schlafplätze, Keramiknäpfe usw.) kostet mindestens mehrere Hundert EUR.

Soll die Katze in den gesicherten Freigang? Das wird teuer, es sollte von einem Experten gemacht werden.

Die Katze hat einen Unfall? Auch im Haushalt passieren Unfälle, nicht nur draußen. Es ist eine aufwendige OP nötig mit anschließendem Aufenthalt in der Tierklinik? Auch das kann mehrere Tausend EUR kosten.

Die FORL-OP wird gemacht? Das geht auch ins Geld mit mehreren Hundert EUR, oftmals mehr.

Regelmäßige Medikamente müssen gegeben werden? Da kann wieder einiges zusammen kommen.

Bitte überlegen Sie es sich daher sorgfältig, ob Sie ein Tier nach Hause holen möchten. Es wird Sie ein Leben lang begleiten – nicht nur zur Corona-Zeit. Irgendwann haben Sie vielleicht weniger Zeit für das Tier.

Was mir großen Kummer bereitet

Ich bin persönlich der Meinung, dass man ein Tier entweder aus dem Tierschutz/Tierheim holen soll oder von einem eingetragenen Züchter.2 Katzen auf dem Kratzbaum Beide achten auf das Wohlergehen der Tiere und kümmern sich vorab um anstehende Untersuchungen, die Grundimmunisierung etc. Der Züchter hat Auflagen durch seinen Verein und bringt fast immer – ebenso wie der Tierschutz – seine Katzen in das neue Heim.

Jedoch gibt es seit Corona immer mehr Menschen, die „mal eben“ möchten, dass ihre Katze Kitten gebärt, um sie zu verkaufen. Dabei handelt es sich zum großen Teil um Rasse-Mixe (nichts gegen Mixe, nichts gegen reinrassige Tiere, nichts gegen Hauskatzen, alle Tiere haben eine eigene Schönheit, darum geht es gar nicht). Und viele Käufer sind begeistert, sie haben sich schon immer eine „Rasse-Katze“ gewünscht. Leider werden diese Kitten fast immer viel zu früh abgegeben, und zwar sehr früh, mit 6 oder 8 Wochen !!! Nicht sozialisiert kommen sie in das neue Zuhause und haben – natürlich – Angst. Sie kommen mit den anderen Katzen nicht zurecht.

Der neue Halter ist schon nach ein paar Tagen genervt. Warum funktioniert die Zusammenführung nicht?

Dann sind die Kitten meistens nicht grundimmunisiert, eine Bescheinigung der tierärztlichen Untersuchung liegt nicht vor. Sie sollen so schnell wie möglich abgeholt werden von den neuen Haltern. Dann kann man einen neuen Wurf planen.

Das ist völlig unverantwortlich – gegenüber den Katzen und den Menschen.

Solche armen Kitten bekommen zum Großteil im Laufe ihres Lebens Verhaltensprobleme – Unsauberkeit, Kratzmarkieren, Aggressivität, Ängstlichkeit, um nur einige davon zu nennen.

Warum ich diesen Beitrag schreibe?

Ich möchte Sie sensibilisieren, hinter die Fassade zu sehen.

Ich habe jetzt innerhalb von 3 Monaten mehrere solcher Fälle in Behandlung! 6 bis 8 Wochen alte Kitten leben in neuen Haushalten und es gibt bereits Probleme: Unsauberkeit, Aggressivität etc. Ich bin froh, dass die Halter jetzt bereits zu Anfang externe Hilfe gesucht haben. Traurig bin ich jedoch, dass es dazu kommen musste, weil es vermieden werden kann.

 

Liebe Grüße

Ihre Katzenexpertin und Tierheilpraktikerin – online und mobil in Langenfeld und Umgebung

Monika Weßeling

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